Änderungsschneiderei/Kurzwaren „Zum Nähkästchen“

Klamotten kann man sich schnell mal im Laden kaufen. Aber was, wenn die Hose zu lang ist, der Reißverschluss kaputt oder man doch lieber etwas ganz Besonderes zu einer Feier hätte? Dann sind Schneider und Schneiderinnen gefragt, die Kleidung anpassen und anfertigen.

Wir waren zu Besuch bei Frau Müller und haben ihr ein paar Fragen zum Beruf der Schneiderin gestellt und uns in ihrem Laden umgesehen.

 

Wie lang arbeiten Sie schon?

Wir sind seit mehr als 25 Jahren in diesem Geschäft. Wir verkaufen Knöpfe, Nadeln und anderen Nähbedarf. Seit fünf Jahren ändern wir selbst Klamotten, nehmen Kleidung zur Reinigung an und warten Nähmaschinen.Wir haben zum Beispiel ungefähr 70.000 Knöpfe da. Wenn man die Röhrchen raus zieht, sind da teilweise 20-30 Stück drin.

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Wie näht man?

Entweder näht man mit der Hand, das lernt ihr sicher irgendwann mal in der Schule im Werkunterricht. Oder man näht mit der Nähmaschine. Da gibt es auch verschiedene Einstellungen, den Zickzackstich oder Gradstich. Das ist ganz verschieden. Je nachdem, was man nähen will. Es gibt auch spezielle Nähmaschinen für elastische Stoffe und so weiter.

Wie macht man ein Kleid?

Zuerst braucht man einen schönen Stoff, dann gibt’s Schnitte, die muss man sich dann je nach Größe und Maß ausradeln oder ausschneiden. Dann wird der Schnitt auf den Stoff gelegt und der Stoff ausgeschnitten. Danach geht’s an die Nähmaschine zum Nähen.

Wie lang braucht man dafür?

Das kommt drauf an, wie geschickt oder ungeschickt man ist. Und wie einfach oder aufwendig das Kleid ist. Man kann ein ganz einfaches machen, das man bloß am Strand anzieht, da ist nicht viel dabei. Das ist in ein, zwei Stunden gemacht. Und man kann ein aufwändiges Abendkleid machen, das dauert dann zwei, drei Tage, je nachdem.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWie wird man Schneider?

Indem man drei Jahre lang eine Lehre macht, in einem Betrieb und auf der Berufsschule. Danach macht man die Gesellenprüfung, dann ein langes Praktikum und am Ende kommt die Meisterprüfung.

Lernen heute noch viele junge Leute den Beruf Schneider?

Kaum. Ich hab momentan eine junge Dame, die einen Meister macht, aber es werden immer weniger. Man könnte auf jeden Fall mehr Schneiderinnen gebrauchen. Allerdings ist inzwischen die Massenanfertigung mittlerweile so günstig, dass sich kaum jemand mehr ein Kleid oder einen Mantel einzeln nähen lässt. Wenn man sich vom Schneider einen Mantel machen lässt, muss man 1.200 Euro fürs Nähen rechnen und dann noch Stoff und Zubehör wie Knöpfe oder einen Reißverschluss dazu. Das ist natürlich nicht gerade günstig und kann sich auch nicht jeder leisten.

Und es wird halt immer weniger genäht. Ab der dritten oder vierten Klasse gibt es in der Grundschule keinen Handarbeitsunterricht mehr. Insgesamt haben die jungen Leute kein Interesse mehr am Nähen.

Was ist das häufigste Stück, das Sie zum Ändern bekommen?

Meistens Hosen zum Kürzen oder Reißverschlüsse zum Einnähen. Wir bearbeiten täglich sechs bis sieben Hosen. Am liebsten verlängere ich Hosen. Am wenigsten gerne nähe ich Reißverschlüsse ein. Das ist etwas aufwändiger.

Haben Sie auch prominente oder bekannte Kunden?

Wir haben ein paar Schauspieler, die ab und zu zum Ändern kommen. Die Jutta Speidel zum Beispiel, aber privat und nicht für Ihre Film- und Theater-Kleidung.

Wie viel Mitarbeiter haben Sie?

Ich habe eine Mitarbeiterin, die ab und zu einspringt, wenn ich grad mal ein paar Stunden frei brauche. Sonst bin ich von Montag bis Samstag hier alleine. Montag bis Freitag von 9-18 Uhr und Samstag von 9-12:30 Uhr. Fast fünfzig Stunden in der Woche!

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWas näht man mit der Maschine und was näht man von Hand?

Von Hand näht man hauptsächlich die Sachen, bei denen man keinen Stich sehen sollte. Von Hand ist es aber natürlich aufwändiger. Für ein Hosenbein braucht man dann etwa 10-15 Minuten. Die Maschine rattert schnell drüber und ist fertig. Die Maschine näht es aber dann im Zickzack, damit der Stoff nicht ausfranst.

 

Was kostet eine Nähmaschine?

Die günstigste, die ich momentan dahabe, kostet 249 Euro, aber man kann bis zu 6.000 – 7.000 Euro ausgeben. Das sind dann computergesteuerte Maschinen. Da gibt man das Bild oder das, was man möchte, ein und drückt auf einen Knopf zum Einschalten. Dann arbeitet sie durch, bis sie fertig ist und stehenbleibt, man kann den Faden abschneiden und dann passt es.

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Vielen Dank an Frau Müller für das Interview!

Alma, Amanda, Jack, Faris, Kilian, Nils und Till; 2c Grundschule an der Peslmüllerstraße

 

 

 

 

 

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