Die persönliche Buchhandlung

Mehr als 1000 Kinderbücher, Romane und Sachbücher warten in der „Buchhandlung Andrieu“ in der Landsberger Straße auf Leser. Inhaberin Brigitte Andrieu wählt alle Titel danach aus, ob sie ihr selbst gefallen. Das teuerste Buch kostet mehr als 100 Euro – die günstigsten rund 2 Euro.

10 Jahre lang hatte Brigitte Andrieu schon eine Buchhandlung am Willibaldplatz, bevor sie vor sechs Jahren aus den Räumen dort raus musste und deshalb an die Landsberger Straße zog. „Bücher sind meine Leidenschaft, ich könnte mir das Leben ohne Lesen gar nicht vorstellen“, sagt Brigitte Andrieu. Sie liest daher selbst ständig Bücher. In ihrem Geschäft gibt es dutzende Regale voller großer und kleiner Bücher, insgesamt deutlich mehr als 1000 Stück. Die hat sie aber natürlich nicht alle selbst gelesen. „Es kommen immer mal wieder Vertreter zu mir, die die Neuerscheinungen der Verlage vorstellen, außerdem gibt es ja Kataloge und ich schaue mich auch sonst um, was mir gerade so gefällt“, erklärt die Buchhändlerin. Sie nimmt dann nur die Sachen in ihr Sortiment auf, die ihr gefallen. „Das ist, denke ich, das Besondere an meiner Buchhandlung, dass alles so persönlich ausgesucht und ausgewählt ist.“ Die Kunden können aber natürlich auch alle anderen Bücher bestellen und diese sind dann am nächsten Tag da.

Eine Bestellung geht allerdings nur im Laden, per Telefon und E-Mail. Einen Online-Shop wie andere Geschäfte, in dem man bestellen kann, hat Brigitte Andrieu nicht. „Ich möchte mit dem Internet so wenig wie möglich zu tun haben. Das wird von meinen Kunden auch gar nicht so nachgefragt“, meint Brigitte Andrieu. Die meisten ihre Kunden sind Stammkunden, „ganz gemischt, schon mehr Frauen als Männer, aber viele Kinder und Ältere, auch manche Jugendliche.“ Schräg gegenüber von der Buchhandlung sind die PasingArcaden mit einer Hugendubel-Filiale, die sie aber nicht als Konkurrenz ansehe. „Die schicken öfters Kunden zu mir rüber und ich zu ihnen.“ Auch Amazon und andere Online-Konkurrenz merke die Buchhändlerin bisher kaum. „Davon sind mehr Fachbuchhandlungen und Ketten betroffen, ich habe meine festen Stammkunden“, sagt Brigitte Andrieu. Das E-Book wird sich ihrer Meinung nach weiterhin nicht durchsetzen. „Gedruckte Bücher wird es auch in Zukunft geben, wahrscheinlich nur weniger als heute. Was vielleicht auch gut ist, da es insgesamt zu viele Bücher gibt.“

In einer Ecke der Buchhandlung stehen einige Regale mit gebrauchten Büchern, die der Buchhändlerin privat selbst gehören. Die meist schon deutlich älteren Bücher gibt es nicht zum Verkauf, sondern nur zum Lesen in der Buchhandlung. Bei den restlichen Büchern „gehen Kinderbücher, Bellestrik und Sachbücher gleich gut“, erzählt Andrieu. Ungefähr die Hälfte der Bücher werden aus dem Laden-Sortiment gekauft, ungefähr die andere Hälfte bestellt. Die stärkste Zeit ist vor Weihnachten, besonders der Dezember. „Das ist eine ganz andere Zeit als das restliche Jahr. Auch vor Ostern und um Pfingsten herrum kommen viele Leute“, erzählt die Buchhändlerin. Viel ruhiger ist es im Januar und Juli/August. Da sind dann wohl alle beim Skifahren oder Baden und lesen nicht so viel…

Das teuerste Buch in der Buchhandlung geht über Melancholie und kostet über 100 Euro. Die günstigsten sind die Bücher vom „Reclam-Verlag“ und kosten so rund 2 Euro. Wenn wir an die Bücher denken, die wir aus dieser Reihe in der Schule lesen mussten, ist dieser billige Preis auch angemessen, finden wir… Die Bücher kosten bei „Andrieu“ alle genau das gleiche wie in den anderen Geschäften. Denn in Deutschland gibt es ja die sogenannte „Buchpreisbindung“, die vorschreibt, dass Bücher überall den gleichen Preis haben müssen. „Das ist für kleine Läden wie mich auch ganz wichtig, um zu überleben“, sagt Brigitte Andrieu.

Neben Büchern kann man bei Frau Andrieu auch Glückwunsch-Karten, Geschenkpapier, Puzzles und andere Kleinigkeiten kaufen. Besonders gut gefallen hat uns auch die große „Lesecke“ mit mehreren Sofas und Sesseln in einer Ecke des Geschäfte. Dort kann man sich einfach mal gemütlich hinsetzen und in einigen Sachen schmökern. Oder vielleicht mal kleines Nickerchen machen.. Toll fanden wir auch, dass es so viele Kinderbücher und einen Maltisch nur für Kinder gibt.

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