Magazin für junge Stadtteilforscher

Zeitreise ins bäuerliche Pasing

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Wir haben eine Führung durchs bäuerliche Pasing bekommen, die direkt am Pasinger Marienplatz angefangen hat. Von dort sind wir dann die Planeggerstraße stadtauswärts gelaufen und haben auf beiden Straßenseiten alte Häuser angeschaut und uns ihre Geschichte angehört.

Dieses Haus gehörte einst den Bauern „Naßl“ und „Hochhauser“, die viele Tiere z.B. Kälber hatten. 1980 wurde der Bauernhof aufgelassen und das gesamte Areal wurde überbaut und zu „Eschenhof“ umbenannt. Die kommenden schwarz-weiß Aufnahmen stammen aus dem Pasinger Archiv.

In diesem Haus waren vier Bauernhöfe, die dann alle zu einem Gebäude wurden, welches dann von den Englischen Fräulein aufgekauft und zu einem Kloster gemacht wurde.

Viele Häuser stehen unter Denkmalschutz. Oder zumindest Teile davon z.B. dieses Hoftor beim heutigen Laden Onkel Harrys.

Dieser Hof gehörte dem Bauern Strobl, welcher sein altes Bauernhaus abgerissen und ein neues bürgerlich-aussehendes Haus hin gebaut hat, welches dann nicht mehr nach Landwirtschaft aussah. Auf den folgenden Bildern kann man allerdings noch die ehemaligen Kuh- und Pferdeställe erkennen.

Bereits 1390 gab es hier ein altes Gütl, also einen kleinen Bauernhof, der nicht sonderlich viel Landwirtschaft hatte. 1870 kam aus Schwaben ein gewisser Herr Martin Reiser, der in Pasing eine Schweizerei mit Vieh- und Milchwirtschaft gegründet hat. 1879 tauschte Reiser eines seiner Anwesen gegen das Schusterbauer Anwesen. Dieses alte Anwesen wurde mit einem weiterem Stockwerk aufgestockt, sodass aus dem ursprünglichen Bauernhaus ein Gasthof errichtet werden konnte. Zu Ehren seines Berufes erhielt der Gasthof den Namen Schweizer Hof, den er bis heute beibehalten hat. Heute ist der Schweizer Hof eine sehr gute bayrische Wirtschaft in Pasing. Die Güter erhalten also nicht nur durch die Besitzer sondern auch durch deren Berufe ihren Namen.

Peter Putz, nach dem auch eine Straße benannt wurde, war ein Großbauer. Sein Verwandter Georg hat 1898 – zur Zeit der Jahrhundertwende – ein Haus gebaut, als sich alles städtisch weiterentwickelt hat. 1905 wurde Pasing zur Stadt erhoben.

Das ist das ehemalige Großbauernhaus der Süßenguts, welches aus dem Jahr 1679 stammt. Es ist also schon über 300 Jahr alt!!! Damals war das Gut noch mit über 80 Tagwerk Grund ausgestattet. Zur Erklärung: Ein Tagwerk ist die Fläche, die ein Bauer mit Ochse und Pferd an einem Tag umpflügen kann. Im Jahr 1875 erhielt der damalige Besitzer, vom königlichen Bezirksamt, eine Schankerlaubnis d.h. er durfte eine Kneipe eröffnen und Alkohol ausschenken. Ab dann war er auch als Lochamer Hof bekannt. 1888 wurde dieser jedoch Opfer einer vermeintlichen Brandstiftung von Konkurrenten aufgrund der Schankerlaubnis. Mittlerweile ist es glücklicherweise wieder ein sehr schön hergerichtetes Bauernhaus, welches ein gehobenes bayrisches Restaurant ist, in dem man sehr gut essen kann. Diese Restauration war Dank eines Gräfelfinger Bauunternehmens, welches das Haus 1989 erwarb, möglich.

Die nachfolgenden Fotos zeigen die Riegerhof Ruine, die sehr gut in einem Horrorfilm Schauplatz sein könnte.

Früher war der Bauernhof sehr gepflegt mit bewachsenem Bauernhaus und Stallungen für die Tiere und Gerätschaften. Bis in die 1970er Jahre hat die Familie noch in dem Haus gewohnt, haben dann allerdings anderswo einen neuen Bauernhof gekauft und wollten den Riegerhof verkaufen. Es wurde allerdings kein Käufer gefunden und seitdem verfällt das Gebäude immer weiter. Heute kostet das Grundstück mit Haus etwas über acht Millionen Euro. Ganz schön teuer für so eine verkommene Ruine!!! Hier könnte man ziemlich gut einen Horrorfilm drehen. Der Eigentümer versucht weiterhin das Grundstück zu verkaufen. Er hatte bereits versucht das Haus abzureißen, das darf er allerdings nicht, da das Haus denkmalgeschützt ist.

Vielen Dank an Angela Scheibe-Jäger für die tolle Führung!

Leni, Ada, Manprit, Meena, Nikola, Adnan (4.Klasse Grundschule von der Pfondten), Conny und Merret

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