Noch bis zum 15. Juni findet in Pasing die Punkte-Schnitzeljagd „kreuz & quer“ statt, die so heißt wie wir, aber nichts mit uns zu tun hat. Einzelne Kinder oder Gruppen sollen in unserem Stadtviertel möglichst viele der überall aufgehängten „kreuz und quer“-Boxen finden und mit der Spielekarten abscannen, um so Punkte zu sammeln. Wir haben uns auf den Weg gemacht und versucht, einige der Boxen zu finden – haben uns dabei aber zugegebenermaßen etwas blöd angestellt :-)
Das Mobilitätsreferat der Stadt München veranstaltet die Punktejagd nacheinander in verschiedenen Stadtvierteln München, um so Kinder und ihre Familien dazu zu motivieren, sich aktiv zu bewegen und die eigene Umgebung klimaschonend zu erkunden. Das Spiel soll außerdem dazu beitragen, die Sicherheit und Selbstständigkeit insbesondere von Kindern im Straßenverkehr zu verbessern.
Wenn ihr mitmachen wollt, benötigt ihr die Mitspielkarte, die ihr hier bei uns in der Pasinger Fabrik, der Pasinger Stadtbibliothek oder dem Jugendtreff aqu@rium bekommt. Hier kriegt ihr auch einen Flyer mit allen Regeln und einer Karte, wo die Standorte der Boxen grob eingezeichnet sind – zumindestens die blauen Boxen. Wo die schwierigen Standorte der gelben Geheimboxen sind, erfahrt ihr auf der Homepage www.kreuzundquer.de. Wenn ihr eine Box gefunden habt, scannt ihr diese mit Eurer Karte ab, woraufhin ihr die entsprechenden Punkte und zurück gelegten Kilometer gutgeschrieben bekommt. Wichtig ist aber: Ihr dürft nur zu Fuß oder aus sonstiger eigener Kraft, also zum Beispiel mit dem Fahrrad, unterwegs sein. Wer mit dem Auto oder Bus fährt, schummelt und darf nicht mitmachen.

Wir bewaffneten uns also mit Flyer und Mitspielkarten und zogen los. Vorher hatten wir uns als Gruppe auf der Website des Spiels angemeldet. Rund um die Georg-Haberl-/Anton-Pichler/Strindbergstraße waren auf dem Plan des Flyers mehrere Standorte eingezeichnet, weshalb wir dorthin liefen. Das Problem: Auf der Karte der Flyer waren nur einige wenige Straßennamen eingetragen, bei vielen anderen Straßen nicht. Wir wussten also nicht ganz zu 100 Prozent, wohin wir genau mussten. Wir liefen also zunächst durch die Josef-Retzer-Straße, dann die Gräfstraße und einige andere Straßen – und plötzlich merkten wir, dass wir im Kreis gelaufen waren :-) Wir schauten also uns nochmal genauer die Karte an und meinten dann, dass wir ein bisschen weiter nach links müssen, dann weiter nach rechts – aber auch dass stimmte nicht. Plötzlich sahen wir einige hunderte Meter vor uns einen gelben Kasten. Dass musste doch eine der Boxen sein! Voller Begeisterung stürmten wir los, doch als wir dort angekommen waren, merkten wir, dass es nur ein Briefkasten der Deutschen Post war. Dass erkärte auch, warum ein Mann mit ein paar Briefen in der Hand davor stand :-)

Wir liefen also weiter durch einige Straßen, mal links, mal rechts, mal geradeaus, mal wieder zurück. Zwischendurch schauten wir natürlich immer wieder auf dem Plan. Nach einiger Zeit kamen wir an einer Gartentür vorbei, aus der gerade ein Junge auf einem Fahrrad raus wollte. Wir fragten ihn, ob er wüsste, wo er eine der Kreuz&Quer-Boxen hier in der Nähe sei. Der Junge war sofort hilfsbereit und meinte: „Ja klar, ihr müsst immer nur gerade aus gehen, dann kommt die Box vor einem beigen oder roten Haus“. Wir liefen freudestrahlend weiter, doch blöderweise kam lange Zeit kein beiges oder rotes Haus und plötzlich standen wir an der großen Landsberger Straße, die laut der Flyer-Karte weit entfernt von den Boxen-Standorten ist. Wir liefen also zurück und sahen nach einiger Zeit wieder eine große gelbe Box, auf der wir wieder erfreut zuliefen. Blöderweise war es der gleiche Briefkasten wie zuvor, den wir diesmal aus der anderen Richtung gesehen hatten :-)
Was also tun? Wir fragten ein paar andere Passanten, die wussten aber zum Teil überhaupt nichts von dem Spiel. Ein Mädchen meinte: „Ja, die Box ist bei dem Weg dahinten und eine auch bei dem Edeka“. Welcher Weg? Welcher Edeka? Wir liefen weiter suchend rum und schauten immer wieder auf die Karte, nach der wir uns ganz in der Nähe von zwei Standorten befanden. Doch wir fanden sie ums Verrecken nicht, bis uns plötzlich die rettende Idee kam: Hat man bei so Spielen wie zum Beispiel auch „Wer wird Millionär?“ nicht auch immer Joker, die man nehmen kann, wenn man nicht weiterkommt? Wir riefen also unsere Chefin Conny, Leiterin der Kinder- und Jugendkulturwerkstatt in der Pasinger Fabrik an, und meldeten uns mit: „Hallo, hier ist Günther Jauch von der Fernsehsendung Wer wird Kreuz und Quer?. Unser Kandidat Pelle findet gerade die nächste Box nicht. Er hat sie als seinen Telefonjoker genommen und benötigt jetzt die nächsten 30 Sekunden ihre Hilfe.“ Doch unsere Chefin Conny fand den Anruf gar nicht so lustig und brummelte nur „Weitersuchen“ und legte dann auf. Wir riefen also nochmal in der Kinder- und Jugendwerkstatt an. Diesmal ging unsere Kollegin Mio ans Telefon, die wir mit der gleichen Ansage begrüßten. Mio verstand es nicht gleich ganz richtig und meinte nur „Günther Jauch? Ist dass ein Fake-Anruf?“ Schließlich versuchte sie uns aber doch zu helfen, wusste aber auch keinen Standort.
Wir grübelten also weiter. Wo könnten wir eine Auskunft bekommen, wo die Boxen befestigt sind? Wo kriegt man denn Auskünfte? Na klar, bei der Auskunft! Wir riefen also die 11 88 0 an. Doch bevor wir durchgestellt wurden, kam eine Ansage „Dieser Anruf kostet sie 2,99 Euro!“ 2,99 Euro? Das ist mehr, als uns unsere Leiterin Conny pro Stunde bezahlt! Wir legten also schnell wieder auf.
Wir liefen daher weiter durch die Straßen und checkten regelmäßig den Flyerplan. Plötzlich meinte unser Reporter Pelle: „Die Standardboxen, die wir suchen, sind ja gar nicht gelb, sondern blau, steht hier!“ Wir hatten also die ganze Zeit nach der falschen Farbe gesucht, verdammte Schei… Wieder fragten wir einige Passanten. Eine nette blonde Frau konnte uns dann glücklicherweiße helfen und meinte „Hier vorne vor der Schule ist ein Box befestigt und dort hinten, wo der kleine LKW steht, auch!“ Wir liefen also schnell zu der Grundschule am Schererplatz und nach einiger Suchefanden wir endlich eine kleine Box an einem Laternenpfahl befestigt. Hip Hip Hurra, endlich hatten wir eine gefunden! :-) :-) Die Box war aber auch wirklich sehr klein und man konnte sie ganz leicht übersehen.


Schnell liefen wir noch zu dem kleinen LKW an der Strindbergstraße, wo uns die nette Frau hingezeigt hatte. Auch hier war tatsächlich eine kleine Box an einem Laternenpfahl befestigt. Wir scannten unsere Karte ein zweites Mal, es machte erneut leise „Piep“.


Inzwischen waren über zwei Stunden vergangen. Es war ein echt heißer Sommernachmittag und wir konnten wirklich nicht mehr. Unsere Füße taten uns weh und wir waren richtig, richtig müde. Wir beendeten die Suche daher und liefen zurück zur Pasinger Fabrik. Dort angekommen, begegnete uns unsere Leiterin Conny, die uns angrinste „Immer eure lustigen Scherztelefonsteiche! Kurz darauf checkten wir die Homepage der Schnitzeljagd nochmal und entdecken, dass auf der Webseite ein wesentlich besserer Plan als im Flyer mit allen Straßennamen abgebildet ist. Okay, den hätten wir uns gleich anschauen sollen :-) Auf der Seite der Punkte-Schnitzeljagd entdeckten wir dann noch, dass wir durch unsere phänomenale Sucherfolge auf Platz 1212 der Trefferliste stehen. Nicht schlecht, oder? :-)
Fazit: Wir finden die Idee des „kreuz & quer“-Spiels eigentlich richtig gut, natürlich vor allem auch wegen des sympathischen Namens :-) Der Gedanke, dass sich Kinder und Jugendliche auf Entdeckungsreise durch ihr Stadtviertel begeben, ist natürlich nett. Zumindestens an der Stelle wo wir waren, fanden wir die Suche aber ziemlich schwierig, wenn man nur die Karte des Flyers zur Verfügung hat. Aber okay, mit der Karte auf der Internetseite wäre es wohl deutlich einfacher gewesen und wahrscheinlich wäre es auch gut gewesen, wenn wir mit dem Fahrrad gefahren und nicht zu Fuß unterwegs gewesen wären. Und wir sind auch keine richtigen Orientierungsprofis. Probiert doch also die Punktejagd mal selber aus und macht Euch Euer eigenes Bild :-)
Alle weiteren Informationen rund um das Spiel findet ihr auf der Website www.kreuzundquer.de